Viele Haushalte rollen ihre Wollteppiche über die Sommermonate ein. Genau in dieser Zeit entstehen die meisten Mottenschäden – nicht auf dem Boden, sondern im dunklen, ungestörten Lager. Kleidermotten und Teppichkäfer ernähren sich vom Keratin der Wollfaser; ihre Larven fressen bevorzugt dort, wo es dunkel, ruhig und leicht verschmutzt ist.
Schritt 1: Vor der Lagerung reinigen
Der wichtigste Schutz ist ein sauberer Teppich. Schweiß, Hautschuppen, Speisereste und Tierhaare im Flor sind die eigentliche Nahrungsgrundlage der Larven; reine, saubere Wolle ist deutlich weniger attraktiv. Ein Teppich, der ungewaschen eingelagert wird, kommt im Herbst häufig mit Fraßstellen zurück. Deshalb: erst waschen, vollständig trocknen lassen, dann einlagern.
Schritt 2: Richtig rollen, nicht falten
- Immer rollen – Falten erzeugen dauerhafte Knickkanten und brechen bei älteren Stücken das Grundgewebe.
- Mit dem Flor nach innen rollen, dann liegt die robustere Rückseite außen.
- Um einen Kern rollen (Kartonrohr oder Rolle), damit die Mitte nicht zusammengedrückt wird.
- Nicht zu stramm wickeln und keine Gegenstände auf die Rolle legen.
Schritt 3: Atmungsaktiv verpacken
Wolle nimmt Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Wird sie luftdicht in Kunststofffolie verpackt, kondensiert Feuchtigkeit im Inneren – die Folge sind Stockflecken, Schimmel und muffiger Geruch. Verwenden Sie deshalb ein atmungsaktives Material: Baumwolltuch, Molton oder speziell dafür vorgesehenes Teppichpapier. Nur für kurze Transporte ist Folie unproblematisch.
| Lagerbedingung | Empfehlung |
|---|---|
| Ort | trocken, kühl, dunkel, gut belüftet – kein feuchter Keller, keine ungedämmte Garage |
| Luftfeuchte | möglichst gleichbleibend, unter etwa 60 % |
| Lage | liegend auf Abstandshaltern oder hängend, nicht direkt auf Betonboden |
| Kontrolle | alle 6–8 Wochen ausrollen, absaugen, lüften |
Mottenschutz ohne Gift
Mottenkugeln und stark riechende Insektizide sind für Wohntextilien nicht nötig und hinterlassen Geruch im Flor. Wirksamer und unbedenklicher sind: sauberes Material, regelmäßige Kontrolle, Zedernholz oder Lavendel als ergänzende Maßnahme sowie eine gezielte Kältebehandlung bei Verdacht auf Befall. Wir behandeln betroffene Teppiche bei −26 °C über 48 Stunden; diese Kombination aus tiefer Temperatur und ausreichender Dauer erfasst alle Entwicklungsstadien einschließlich der Eier.
Anzeichen für Befall: feiner sandiger Staub auf der Rückseite, kahle Stellen an schattigen Teppichrändern, helle Gespinströhrchen oder ausgefallene Florfasern unter Möbeln.
Nach der Lagerung
Rollen Sie den Teppich flach aus und lassen Sie ihn ein bis zwei Tage akklimatisieren; leichte Rollspuren verschwinden meist von selbst. Saugen Sie zunächst die Rückseite, dann die Oberseite in Florrichtung. Bleiben Wellen bestehen, hilft ein Beschweren der Kanten – Bügeln oder Wärme ist bei Wolle keine Lösung.
Wer möchte, gibt uns den Teppich zur Sommerpause: Wir waschen, prüfen auf Befall und lagern fachgerecht ein, bis er im Herbst wieder gebraucht wird.
